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Patientenverfügung

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Am 18. Juni wurde im Bundestag über die Patientenverfügung beraten und abgestimmt. Nach langer Debatte ist es in dieser Legislaturperiode zu einem Ergebnis gekommen.

      Blick aus dem Fenster

 

Nach einer langen und kontrovers geführten Debatte über die eingereichten Gesetzesentwürfe hat  der Bundestag am 18. Juni über die Patientenverfügung entschieden. Am Ende wurde überraschend deutlich in zweiter und dritter Beratung der  Gesetzentwurf zur Änderung des Betreuungsrechts um den Abgeordneten Joachim Stünker angenommen. Er räumt einem in einer Patientenverfügung vorab schriftlich formulierten Willen weitgehend Geltung ein, wenn die Person nicht mehr einwilligungsfähig ist: Nach Möglichkeit soll eine Vertrauensperson als Bevollmächtige/r benannt werden, um dem Willen Geltung zu verschaffen. Dem formulierten Willen muss auch dann gefolgt werden, wenn eine Erkrankung nicht zwingend zum Tod führt. Lediglich, wenn sich Ärztin und Betreuer nicht einig sind wird das Vormundschaftsgericht angerufen.

 

Mit der Entscheidung für den „Stünker-Entwurf“ haben die Abgeordneten den vergleichsweise weitestgehenden Antrag übernommen. Beide Kirchen – die evangelische hatte den Bosbach-Entwurf favorisiert, der eine Reichweitenbeschränkung von Patientenverfügungen auf sterbenskranke Menschen vorsieht – zeigten sich in einer ersten Stellungnahme enttäuscht von der Entscheidung. Der Ratsvorsitzende der EKD – Bischof Huber, sagte: „ Die Balance zwischen Selbstbestimmung und Fürsorge stimmt nicht“. Auch Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz, wies auf die einseitige Selbstbestimmung der Patientinnen und Patienten hin und darauf, dass Menschen im Wachkoma und mit schwerster Demenz sich nicht in der Sterbephase befinden.

 

Dass dem Willen der Patienten mehr Geltung verschaffen wird, halte ich persönlich für positiv. Denn immer noch gibt es Beispiele, wo der Patientenwille nicht beachtet wurde, die Menschen in Sorge versetzen, ob denn ihr Wunsch auch wirklich berücksichtigt werden wird, wenn sie sich selber nicht mehr äußern können.  Ich denke,  keine Regelung, kein Gesetz kann oder sollte das Gespräch mit Angehörigen und dem Hausarzt ersetzen, das ist unabdingbar. Und bei allen Fragen, die in Zukunft zur Patientenverfügung auftreten, sollten Hospizgruppen und diejenigen, die sich hospizlich engagieren, stets auf die Wichtigkeit von Gesprächen hinweisen. Dass die Patientenverfügung nun ohne Reichweitenbeschränkung verabschiedet wurde, halte ich für bedenklich: Auch in Situationen der Krankheit, die nicht unbedingt zum Tod führen, gilt der niedergeschriebene Wille. Wer von uns kann wirklich ermessen, wie sich die Lebensqualität als Dementer anfühlt, wer von uns kann beschreiben, wie es ist, im Wachkoma zu sein  und was uns dann wirklich noch erreicht? Und ich möchte auch nicht  in der Haut eines Arztes stecken, der den Willen eines Patienten beachten muss und dessen ärztliches Ethos dem widerspricht. Sie merken, liebe Leserin und Leser, dass selbst eine gesetzliche Regelung immer wieder neue  Problemfelder aufwirft In Zukunft werden ethische Fragen in der Medizin  eine noch größere Rolle  spielen müssen.

 


Hilfe
Verfasser(-in): a.p.

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Do. , 19.10.2017

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